KI-generiertes Symbolbild zum Glasfaserausbau. Keine Aufnahme einer tatsächlichen Baustelle in Walsrode.
Beim Glasfaserausbau in Walsrodes Ortschaften werben mehrere Anbieter um Haushalte. Bürgermeisterin Helma Spöring erläutert deshalb in einer Mitteilung vom 21. Oktober, worin sich Hausanschluss und Internetvertrag unterscheiden – und unter welchen Voraussetzungen ein Wechsel des Anbieters ohne zweiten Anschluss möglich ist.
Anlass ist nach Angaben der Bürgermeisterin ein verteilter Flyer von RASANNNT, einer Marke der Stadtwerke Neustadt am Rübenberge. In den Ortschaften werben außerdem die Stadtwerke Böhmetal gemeinsam mit Bungalski um Anschlüsse.
Ein Netz, mehrere mögliche Anbieter
Das geförderte Netz bleibt laut Stadt im Eigentum der Stadtwerke Böhmetal. Vorgesehen ist ein sogenannter Open-Access-Zugang: Andere Telekommunikationsanbieter sollen die Infrastruktur ebenfalls nutzen können. Dafür müssen jedoch entsprechende Vereinbarungen und die technischen Voraussetzungen vorliegen.
Telekom, 1&1, EWE TEL, Vodafone und RASANNNT nennt die Stadt lediglich als mögliche Beispiele. Welche Anbieter und Tarife tatsächlich verfügbar sein werden, hängt von den jeweiligen Vereinbarungen ab. Auch die Aussage, dass für einen Anbieterwechsel kein zweiter Hausanschluss nötig sei, gilt nur, wenn der gewünschte Anbieter das vorhandene Netz nutzt und ein entsprechendes Angebot vorliegt.
Hausanschluss und Internetvertrag getrennt prüfen
Der Hausanschlussvertrag mit den Stadtwerken Böhmetal betrifft die Herstellung der Verbindung bis zum Haus. Dafür ist die Zustimmung des Grundstückseigentümers erforderlich. Ein Telekommunikationsvertrag, etwa mit Bungalski, regelt dagegen die Nutzung von Internet und gegebenenfalls Telefonie.
Die Bürgermeisterin empfiehlt, neben dem monatlichen Preis auch Laufzeit, Leistungsumfang und mögliche Zusatzkosten zu vergleichen. Dazu zählen Telefonie, eine feste IPv4-Adresse und die Preise nach Ablauf der ersten 24 Monate.
Spöring stellt Fragen zum parallelen Ausbau
Für das geförderte Projekt nennt die Stadt eine Gesamtinvestition von etwa 20,6 Millionen Euro und eine Wirtschaftlichkeitslücke von rund 15 Millionen Euro. Nach den in der Mitteilung angeführten Angaben werden die Kosten zu 50 Prozent vom Bund und zu jeweils 25 Prozent vom Land Niedersachsen und vom Heidekreis getragen; Eigenmittel der Städte Walsrode und Bad Fallingbostel würden nicht eingesetzt. Im Fördergebiet müssen demnach auch die vorgesehenen Adressen erschlossen werden, deren Anschluss besonders aufwendig ist.
Zusätzlich plant nach dem Informationsstand der Bürgermeisterin die Highspeed Nord out of Area GmbH & Co. KG in bestimmten Bereichen einen eigenwirtschaftlichen Ausbau. Die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge seien an dem Unternehmen zu 25 Prozent beteiligt.
Spöring fragt nach den Auswirkungen eines parallelen Netzes auf die Auslastung und Wirtschaftlichkeit der geförderten Infrastruktur sowie nach dem Nutzen eines zweiten Hausanschlusses. Das sind Fragen und Bewertungen der Bürgermeisterin; konkrete Folgen eines zusätzlichen Ausbaus belegt die Mitteilung nicht. Spöring betont, Wettbewerb ermöglichen und zugleich eine verlässliche Versorgung aller vorgesehenen Haushalte erreichen zu wollen.
Hohe Nachfrage in vier Dörfern
Für Hamwiede, Idsingen, Sieverdingen und Stellichte berichtet die Stadt unter Berufung auf Vertriebsangaben, dass mehr als 90 Prozent der Haushalte einen Anschluss bei den Stadtwerken Böhmetal beauftragt hätten. Diese beauftragten Anschlüsse seien bereits hergestellt oder stünden kurz vor der Fertigstellung.
